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17.05.2018 06:13

Jetzt auch in Österreich Fahndung nach G20-Tätern!

Die deutsche Polizei hat wegen der schweren Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg im vergangenen Juli eine europaweite Fahnung nach gewalttätigen Aktivisten eingeleitet! Das Bundeskriminalamt habe eine Fahndungsliste mit 101 Bildern (siehe unten) von bisher unbekannten Personen „an die durch das Landeskriminalamt Hamburg ausgewählten europäischen Staaten“ übersandt, hieß es seitens des Innenministeriums. Mit der „Bitte um Identifizierung“ der Tatverdächtigen ging die Fahndungsliste an 15 ausländische Dienststellen, darunter auch die Sicherheitsbehörden in Österreich. 

Am Rande des G20-Gipfeltreffens in Hamburg im vergangenen Juli war es zu Ausschreitungen, Brandstiftungen und Plünderungen gekommen (siehe Video unten). Gipfelgegner attackierten Polizisten, zündeten Autos an und räumten Geschäfte leer. Die Beamten werten seitdem ihre eigenen Videos von den Demonstrationen und Menschenansammlungen aus, nutzen aber auch Bilder von Kameras in Bussen und Bahnhöfen. 5000 bis 6000 Personen sollen sich laut den Ermittlern an Gewaltaktionen beteiligt haben, darunter auch Dutzende Österreicher. 

35 Verdächtige konnten bereits identifiziert werden
Die Hamburger Polizei hatte zunächst eine deutschlandweite öffentliche Fahndung nach mehr als 100 unbekannten Personen eingeleitet, die sich an den Ausschreitungen beteiligt haben sollen. Die erste Öffentlichkeitsfahndung sei sehr erfolgreich gewesen, berichteten die Ermittler am Mittwoch. 35 der 107 gesuchten Verdächtigen und damit knapp ein Drittel seien identifiziert worden. Bei normalen Fahndungen dieser Art liege die Erfolgsquote bei lediglich fünf bis zehn Prozent.

  • Sie wollten Hamburg zur Hölle machen. Das gelang den militanten Linksextremen auch teilweise.
    Sie wollten Hamburg zur Hölle machen. Das gelang den militanten Linksextremen auch teilweise.

Fotos von weiteren Gewalttätern wurden ins Internet gestellt
Polizei und Staatsanwaltschaft in Hamburg haben nun Fotos von weiteren 101 mutmaßlichen G20-Gewalttätern ins Internet gestellt. Den unbekannten Verdächtigen würden schwere Straftaten wie gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch oder Plünderung vorgeworfen, Ermittlungen seien eingeleitet worden, sagte Staatsanwalt Michael Elsner am Mittwoch. Polizeisprecher Timo Zill bat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifizierung der Gesuchten.

  • Polizei und Staatsanwaltschaft präsentierten 101 neue Fotos von mutmaßlichen G20-Krawallmachern.
    Polizei und Staatsanwaltschaft präsentierten 101 neue Fotos von mutmaßlichen G20-Krawallmachern.

Die Fahndungsliste ging auch an 15 ausländische Dienststellen, unter anderem an die „Guardia Civil Counter Terrorism Unit“ in Spanien, die „State Security Division“ in Griechenland, das „SO15 Counter Terrorism Command“ in Großbritannien sowie weitere Sicherheitsbehörden in Frankreich, Polen, Ungarn, Tschechien, die Niederlande, Belgien, Österreich, Schweden, Dänemark, Finnland, Italien und der Schweiz.

Datenschützer und Linkspartei kritisieren öffentliche Fahndung
Datenschützer und linke Politiker üben scharfe Kritik an der öffentlichen Fahndung nach den mutmaßlichen G20-Gewalttätern. Die Polizeimaßnahme sei eine „unverhältnismäßige Verletzung der Grundrechte“, teilweise seien auch Minderjährige von der Fahndung betroffen, hieß es. „Landeskriminalamt und Bundeskriminalamt überbieten sich in einem Lächerlichkeits-Wettbewerb“, sagte Ulla Jelpke, Innenexpertin der Linkspartei. 

Franz Hollauf
Franz Hollauf

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