Kohleverbrennung

13.04.2018 12:54

Altes Kraftwerk sperrt wieder auf - für Bitcoins

Eigentlich ist das Redbank-Kohlekraftwerk im australischen Singleton aus Umweltschutzgründen - es wurde 2007 als größter CO2-Sünder unter allen australischen Kraftwerken identifiziert - 2014 stillgelegt worden. Anfang 2019 soll es allerdings wieder ans Netz gehen. Der Grund: Investoren wollen billigen Strom für die Bitcoin-Industrie produzieren.

Wie das IT-Portal „CNET“ berichtet, kommt die Idee, das zwei Autostunden nördlich von Sydney gelegene Kraftwerk wieder zu eröffnen, von der IT-Firma IoT Group, die sich mit dem Stromproduzenten Hunter Energy zusammengetan hat.

Blockchain-Zentrum direkt im Kraftwerk
Der Plan der beiden Partner: Sie wollen im Kraftwerk ein „Blockchain-Zentrum“ - bei der Blockchain handelt es sich um die dezentrale Datenbanktechnologie hinter dem Bitcoin - eröffnen, das von dem voraussichtlich Anfang 2019 wieder ans Netz gehenden Kraftwerk mit billigem Strom versorgt werden soll. In dem Zentrum könnten Bitcoins geschürft, aber auch andere Blockchain-Anwendungen betrieben werden.

Konkurrenzfähig - momentan konzentriert sich die Bitcoin-Szene auf Nordchina, wo man ebenfalls sehr billigen Strom aus Kohlekraft zur Verfügung hat - will man dabei durch besonders geringe Strompreise sein. Wenn das Redbank-Kraftwerk wieder ans Netz geht, will man den dort produzierten Strom - oder zumindest einen signifikanten Teil davon - zu Großkundenpreisen, rund 20 Prozent unter dem üblichen Marktpreis, an Blockchain-Firmen verkaufen.

Größter CO2-Sünder unter Australiens Kraftwerken
Eigentlich hatte der Betreiber das Kraftwerk 2014 stillgelegt. 2007 wurde es von der australischen Regierung als im Verhältnis zur Stromproduktion größter CO2-Sünder unter allen Kraftwerken des Landes identifiziert. Der Betreiber erhielt deshalb den Auftrag, das 151-Megawatt-Kohlekraftwerk zu schließen.

Der Stromhunger der Bitcoin-Szene - das digitale Geld wird durch das Lösen hochkomplexer Rechenaufgaben in stromhungrigen Rechenzentren produziert - verhilft dem Kraftwerk nun zu einem zweiten Leben. Aktuellen Schätzungen zufolge verbraucht die Bitcoin-Szene im Jahr mehr Strom als die meisten Länder Afrikas. Selbst Nigeria mit fast 200 Millionen Einwohnern ist weniger stromhungrig als die Bitcoin-Industrie.

 krone.at
krone.at

Mehr Storys

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).