Lofer will Belebung:

14.02.2018 06:00

„Post“ vor Neustart: Investor kritisiert Behörden

„Das ist eine Beamten-Schikane der Sonderklasse“, schimpft Investor Martin Herbst. Er will in Lofer den früheren „Gasthof Post“ zum Jugendhotel umfunktionieren. Der Neustart hätte schon erfolgen sollen. Noch gibt es aber keinen Bescheid. Herbst kritisiert die BH Zell am See scharf. Knackpunkt ist der Brandschutz.

Der „Krimi“ um die Wiederbelebung des Ortszentrums von Lofer ist um ein Kapitel reicher: Ursprünglich hatte Martin Herbst bekanntlich ein 60-Millionen-Euro-Projekt für die „Post“ vorgelegt. Es war 2014 sogar auf der Biennale in Venedig vertreten. Die Pläne fanden aber im Ort zu wenig Zustimmung, so Herbst.

Seit drei Jahren laufen jetzt die Vorbereitungen für ein neues „Jugend-Erlebnishotel“ mit 100 Betten. „Nach modernsten Grundsätzen“, wie Herbst betont. Ein Caterer wird das Essen zustellen. Zusätzlich wurden verschiedene Automaten aufgestellt. Auch ein Erlebnisprogramm wird angeboten. Geliefert wird alles direkt auf eine spezielle Handy-App. Herbst hat einen großen deutschen Partner für Klassenfahrten unter Vertrag. Über den Unternehmer gibt es auch eine Verbindung zu Red Bull Leipzig. In Zukunft könnten auch junge Kicker in Lofer absteigen.

Knackpunkt im Genehmigungsverfahren ist der Brandschutz: Fluchttreppen und andere Baumaßnahmen wurden schon umgesetzt. Rund um die Brandmeldeanlage ist aber ein Behörden-Streit entbrannt. Herbst hat die Funk-Anlage (ohne Drahttechnik) auch von der staatlich geprüften Abnahmestelle WPK Austria prüfen lassen. Von der BH Zell am See gibt es bisher kein Okay. Die ersten Jugendlichen hätten schon einziehen sollen. Jetzt ist der Start auf unbestimmte Zeit verschoben. Herbst verärgert: „Unsere Anlage ist in der ganzen EU zugelassen.“ Er vermutet, dass in Salzburg Konkurrenz-Interessen dahinterstecken könnten. Alfred Pölzl vom Brandschutzmanagement Pölzl & Totter in Graz hat das Konzept erstellt: „Die Bescheinigung ist da. Die Diskussion sollte vom Tisch sein.“

„Die Behörde kann nur eines: Aufhalten, vernichten und Träume zerstören. Jede Möglichkeit einer Inbetriebnahme wird im Keim erstickt“, kritisiert Herbst die Vorgänge. Er ärgert sich auch über „üble Nachrede“.

Auch im danebenliegenden Botenwirt – mehrere Gebäude sind in seinem Besitz – läuft ein Umbau. Das Flüchtlingsquartier wurde schon im Vorjahr abgemeldet. Vor allem Sportler – in Lofer steigen gerne Paddler ab – sollen hier günstig Quartier nehmen können.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
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