Personaloffensive

13.02.2018 19:25

In nur 36 Monaten gehen 3137 Polizisten in Pension

Allein in Wien gehen heuer und in den nächsten zwei Jahren 749 Polizisten in Pension, österreichweit geben 3137 Beamte ihre Dienstwaffe ab. Dennoch soll die Exekutive mit einer Personaloffensive bis 2020 sogar noch um 2100 Planstellen auf 31.100 Polizisten verstärkt werden. Der Ministerrat wird das am Mittwoch beschließen.

"Wir müssen die Versäumnisse der Vergangenheit aufholen", wischt Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) Bedenken an der Durchführbarkeit der Personaloffensive zur Seite.

  • Innenminister Herbert Kickl
    Innenminister Herbert Kickl

Neue, bessere Aufnahmetests
Bereits jetzt seien 1500 Jungpolizisten in Ausbildung - und es werde um noch mehr Interessenten für diesen Job verstärkt geworben, sagt der Generalsekretär im Innenministerium, Peter Goldgruber: "Wir werden auch die Aufnahmetests reformieren. Das heißt nicht, dass wir die Anforderungen reduzieren. Intelligenztest und Rechtschreibprüfung bleiben unverändert." Es werde aber mehrere unterteilte Kapitel in den Tests geben, zudem werde eine bessere Vorbereitung möglich sein. Eingeführt würden die neuen Tests bereits im Frühjahr. Zudem werde etwa die Regel gelockert, dass die Polizisten keine Tattoos haben dürfen: Das werde künftig von Fall zu Fall "vernünftig entschieden".

Neueste Zahlen belegen die akute Personalkrise: So leisteten Wiens Polizisten im Vorjahr 2,013 Millionen Überstunden, ihre Kollegen in Niederösterreich 955.117, im Burgenland 285.602, und bei der Cobra fielen 339.986 Überstunden an.

Jahrelange Warnungen vor Personalengpass
Personalvertreter Hermann Wally (FSG) kritisiert: "Wir haben jahrelang vor diesem Personalengpass gewarnt, es wurde kaum reagiert." Jetzt würden Lehrkräfte und Unterkünfte fehlen. Wally nennt auch die Hauptgründe für die steigende Belastung der Polizei: die vielen Demos in Wien, die Sicherung der kommenden EU-Ratspräsidentschaft und mehr Einsätze aufgrund der Migration.

Richard Schmitt
Richard Schmitt

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