„Krone“-Interview

13.02.2018 06:04

Gleirscher: „Olympia-Gold war nur der Anfang“

Nach 50 Jahren haben Österreichs Rodler mit David Gleirscher wieder einen Olympiasieger Im „Krone“-Interview verrät der Tiroler sein Erfolgsgeheimnis, bei wem er sich bedankt und was ihm wichtig ist.

„Krone“: David Gleirscher, Olympiasieger im Rennrodeln. Wie hört sich das für dich an?
David Gleirscher: Es ist noch ein bisschen unwirklich. Ich habe es jetzt schon von vielen Seiten gehört, dass ich gewonnen habe. Es klingt einfach wahnsinnig geil.

Du hast mit dem ersten Sieg gleich das größte Rodel-Rennen gewonnen. Was folgt noch in deiner Karriere?
Olympia-Gold war hoffentlich erst der Anfang. Es gibt immer Ziele. Was wichtig für mich wäre, ist einmal den Weltcup zu gewinnen. Weil es zeigt, dass man eine ganze Saison stark sein kann.

Was war für dich der Schlüssel zu deinem Triumph?
Ich habe damit gerechnet, dass ich nervlich mehr zu kämpfen habe. Es hat mich an beiden Tagen aber ausgezeichnet, dass ich es geschafft habe, meine Leistung hinunterzubringen.

Deine Teamkollegen meinten „David packt das, er ist eine coole Socke“
(Lacht) Wenn es die anderen schon sagen, wird schon was dran sein.

Was zeichnet dich als Rodler im Eiskanal aus?
In der Bahn bin ich vom Grundspeed einer der Besten. Ich muss noch an der Konstanz arbeiten, am Start möchte ich mein Potenzial besser ausschöpfen.

Beinahe hättest du Olympia vor dem TV verfolgt. Du hast erst im letzten Moment die Quali geschafft
Es war megaknapp. Es war mir brutal wichtig, wie wir dabei als Team miteinander umgegangen sind. Das war wirklich sensationell, da war nie ein Gegeneinander, wir sind gemeinsam stärker geworden.

Die Rodler wirken wie eine große Familie. Das ganze Team war aus dem Häuschen
Wir halten alle zusammen. Es steigert auch noch mal die Freude, wenn man merkt, dass alle mitjubeln.

Ein Erfolg hat viele Väter. Bei wem möchtest du dich bedanken?
Da gibt es viele. Bei den Eltern, bei meiner Freundin, die, wenn ich den Winter weg bin, alles mit unserem Buben super macht. Beim gesamten Betreuerteam.

Pyeongchang war dein schönstes Rennen. Gab es auch schwarze Tage?
Logisch, da kommt man nicht aus. Im vorigen Jänner hatte ich einen richtig grausigen Abflug. Mit Gehirnerschütterung, Schleudertrauma, Prellungen bin ich glimpflich davongekommen.

Hast du damals am Weitermachen gezweifelt?
Nein. Mein erster Gedanke war: Ich kann nicht im Krankenhaus bleiben, ich muss ins Hotel Kisten packen für den Flug zum Weltcup in Lettland.

Norbert Niederacher, Kronen Zeitung

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