Sturm-Chaos

12.02.2018 15:47

Panik bei Olympia: „Hatte Angst um mein Leben“

Es war das Skandal-Snowboard-Rennen von Pyeongchang. Anna Gasser hatte noch Glück: Sie kam im tobenden Wind (siehe oben im Video) ohne Sturz davon. Ungefähr der Hälfte der anderen Mitbewerberinnen erging es da ganz anders. Die viertplatzierte Norwegerin Silje Norendal (24) weinte: „Ich hatte Angst um mein Leben.“ 

Es waren Wetterverhältnisse, bei denen aufgrund der Verletzungsgefahr kein Rennen hätte vonstatten gehen dürfen. Im Anbetracht der Tatsache, dass sowohl der Riesentorlauf der Damen, als auch einen Tag zuvor die Herren-Abfahrt, wetterbedingt abgesagt wurde, herrscht in Pyeongchang Unverständnis darüber, warum das Slopestyle-Rennen stattfand. Das ist ja ein Wettbewerb, bei dem die Stars Riesen-Sprünge mit vielen Drehungen zeigen, bei denen der Wind eine Schlüsselrolle spielt.

  • Silje Norendal

Dass das Risiko hoch war, zeigte der Training-Sturz von Australiens Snowboarderin Tess Coady (17) die während des Sprunges vom Wind erfasst und durch die Luft geschleudert wurde. Diagnose: Kreuzbandriss, Olympia-Aus! Der australische Verband fordert jetzt eine Untersuchung, ob schon das Training hätte abgesagt werden müssen. Die deutsche Snowboarderin Silvia Mittermüller zog sich auch im Training eine Meniskus-Verletzung zu.

Skandinavierinnen kritisch
Selbst die Bronzemedaillengewinnerin, die Finnin Enni Rukajarvi (27 kritisierte die Veranstalter: „Es war ziemlich gefährlich. Man wusste nicht, was einen erwartet. Sie hätten es absagen oder verschieben sollen.“ Ihre Konkurrentin Silje Norendal (24) weinte: „Ich war nur darauf konzentriert, heil aus dem Sprung rauszukommen. Beim Losfahren dachte ich: ‚Das ist gefährlich‘. Es hätte die beste Frauen-Slopestlye-Finale aller Zeiten werden können, stattdessen sahen wir diese Farce. Das hätte nie und nimmer gestartet werden dürfen“, sagte die empörte Norwegerin dem norwegischen Sender TV2.

Fliegendes Kamera
Die „Bild“ berichtete auch von einem fliegenden TV-Kamera. Im Zielbereich des abgesagten Damen-Slaloms flog ein solches Gerät von einem 10 Meter hohen Podest runter. Ein Mitarbeiter des kanadischen TV-Sender CBC erzählte, dass die Kamera direkt neben ihm zu Boden gekracht sei.

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